Samstag, 11. November 2017

Besser scheitern

"Immer versucht. 
Immer gescheitert. Einerlei.
Wieder versuchen.
Wieder scheitern.
Besser scheitern."



Liebe Yogafreunde!

​Dieses freimütige, sehr persönliche Zitat des Schriftstellers Samuel Beckett eröffnet diesen Text, weil die Dinge im Leben eben nicht immer so laufen, wie wir sie ​geplant haben. 

Seit einigen Wochen habe ich viel Gelegenheit mir anzuschauen, welche Muster greifen, wenn sich die Lebensumstände von einem Tag auf den anderen ungeplant und ungewünscht verändern. 
Was ist normalerweise unsere erste Reaktion auf das, was wir nicht wollen - die Kündigung im Job, eine Beziehung, die schmerzhaft endet oder anderen das Herz zerreißenden Verlust? Wir klassifizieren den Fakt als einen Misserfolg, als etwas, das uns von außen widerfährt. Und: Wir machen die anderen dafür verantwortlich.   

Die Meditationslehrerin Pema Chödrön sagt sehr deutlich, was passiert, wenn wir anderen die Schuld geben: 

"Wir entfernen uns vom Schmerz, davon, die tiefe Verwundbarkeit im Herzen zu halten."*

Die Verantwortung abzugeben fühlt sich im ersten Moment wie der einfachste aller Wege an. So ist der Schuldige schnell ausgemacht. Ein gängiges, fast automatisch ablaufendes Muster, weil wir sehr ans Bewerten und Kritisieren gewöhnt sind. "Unser Organismus ist stark darauf programmiert, Angenehmes zu suchen und Unbehagen zu vermeiden", erklärt Pema Chödrön. "Auf einer ganz grundlegenden Ebene assoziieren wir Unbehagen mit Gefahr, als etwas das wir loswerden müssen."

Wir verstricken uns also in Schuldzuweisungen - den anderen gegenüber und oftmals, mindestens genau so stark, gegen uns selbst. Wir sehen uns als Versager, als blind, taub und überhaupt nicht imstande etwas richtig zu machen. 

Wochen-, monate-, manchmal jahrelang fühlen wir uns ausgeliefert, reproduzieren immer wieder dieselben Bilder und suhlen uns so schier endlos im Schmerz. Ja, wir wissen aus der Erfahrung von Generationen: Die Zeit heilt auch die größten Wunden. Aber ganz ehrlich: Würden wir wirklich abwarten bis das Leid von selbst kleiner wird, wenn wir eine Idee davon hätten, dass genau dieser Zustand hilfreich für uns sein könnte?

Täglich beherzige ich die Ratschläge meiner Lehrer: Hinsetzen. Erfahren. Neugierig bleiben. Immer wieder: raus aus dem Kopf, rein in den Körper. Wie fühlt sich der Schmerz an? Wo schafft er Enge? Ist diese Enge manifest oder verändert sie sich von Moment zu Moment?  

Zugegeben, es ist unangenehm sich der Situation auf diese Weise zu stellen. Ich muss akzeptieren, dass es ein Knochenjob ist, an diesem Ort der eigenen Erfahrung zu bleiben. Wird die Intensität zu groß, dann strudelt der Geist sofort zurück in alte Gewohnheiten - in Beschuldigungen, Selbstvorwürfe und alle möglichen anderen  destruktiven Fluchtversuche und Verhaltensmuster.

Das Einzige, was mir jedoch jetzt wirklich hilft, ist, zurück zum Atem zu kommen, mich dem Schmerz zuzuwenden, ihn voll und ganz zu erleben und mich ihm auf diese Weise zu öffnen. Für mich geht es einmal mehr darum, den Unterschied wahrzunehmen zwischen einfach präsent sein, das Denken beobachtend. Oder sich von den Gedanken und Gefühlen ablenken, mitreißen und damit knechten zu lassen.

Pema Chödrön: "Wenn Sie ein vollständiger Mensch sein wollen, wenn Sie echt sein und nicht vorgeben wollen, dass alles entweder schwarz oder weiß ist, wenn Sie die Fülle des Lebens in Ihrem Herzen tragen wollen, dann ist dies die Gelegenheit, neugierig auf das zu werden, was da geschieht, und den inneren Geschichten einfach zuzuhören. Glauben Sie nicht den Geschichten, die anderen die Schuld geben. Und glauben Sie auch nicht den Geschichten, die Ihnen selbst die Schuld zuschieben."

Stattdessen wird eine ganz neue Art von Kommunikation möglich, ein ehrlicher Austausch von Herz zu Herz. Warum? Weil wir in unserer eigenen erlaubten Verletzlichkeit die Verbindung zu den anderen intensiver erfahren. Was uns eint: Wir möchten alle glücklich sein. Aber Glück ist immer eine Geisteshaltung. Auf dem Weg dahin kann es helfen, zunächst besser zu scheitern.

Herzlichst, Beate

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* Aus: Pema Chödrön: Vom Glück des Scheiterns.


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1. Lama Yeshe in Fürstenwalde

Ich bin sehr dankbar, meine buddhistische Lehrerin Lama Yeshe im Studio willkommen heißen zu dürfen. Sie ist die Leiterin des Dharmazentrums in Möhra bringt mit ihrem Besuch die Weisheit von knapp 40 Jahren Meditation zu Mandala Yoga.

Für Yeshes Vortrag am Mittwoch, den 15.11.17, um 18.30 Uhr, gibt es nur noch wenige Plätze. (Bitte meldet Euch an, wenn Ihr dabei sein wollt!)

Es wird sehr voll. Bitte erscheint rechtzeitig und bringt Euch ggfs. ein eigenes Sitzkissen mit! 

Ich bitte Euch herzlich um eine Spende ab 10 Euro pro Person. (Im Studio-Flur wird dafür ein Glas bereitgestellt.)

Dienstag, 6. Juni 2017

Entschuldigung, ich bin dann mal offline!



Liebe Yogafreunde,

ab Freitag bin ich offline - zehn Tage Meditationsretreat in Möhra. Es ist inzwischen ein liebgewordenes Ritual, genau dann in den ruhigen, klärenden Raum meiner Lehrer zu gehen, wenn ich das Gefühl habe, das Leben hier windet sich wie eine stachelige Kletterrose um meine Pläne. Mein eigener Geist ist ziemlich trickreich, wenn es darum geht, mich von der anstehenden Arbeit mit ihm selbst zurückzuhalten: Sollte ich nicht lieber hier vor Ort sein, um all die geplanten Sommer-Events zu Hause vorzubereiten? - die kommenden SUP-Yoga-Klassen, die Tages-Tour auf dem Yoga-Schiff (3. Juli), meinen ersten Mandala-Yoga-Imagefilm am letzten Sonntag im August... 

Immer gibt es etwas, was uns von den Dingen abzuhalten scheint, die für uns persönlich wichtig sind. Aber wer genau zerrt da eigentlich an uns und redet ein schlechtes Gewissen ein? Der unfreundliche Zweifler ist zumeist in uns selbst. Wo die anderen unsere Entscheidungen akzeptieren, wenn sie klar und mitfühlend kommuniziert werden, schreit unser innerer Kritiker laut auf, wenn wir ernst zu machen drohen und das vorantreiben, was uns selbst tief berührt, aber für die anderen auf den ersten Blick keine Bedeutung hat. 

Im Dharmazentrum werde ich meinem inneren Nörgler die Hand reichen. Ohne einzusteigen - zurück zum Atem, statt hin zu neuen Projekten und Optimierungen. Ohne auszuweichen - zurück zum Atem statt Flucht in die Ablenkung. Ohne zu projizieren - für ein paar Tage wird niemand da sein, dem ich die Verantwortung für meine eigene Unbeweglichkeit zuschieben kann. 

Möge das Potential der Annäherung an meinen eigenen inneren Kritiker auf den zweiten Blick auch für die anderen hilfreich sein! 

Bis ganz bald!

Herzlichst, Beate

PS: Den Vertretungs-Stundenplan für Mandala Yoga findet Ihr hier:


Ab Mittwoch, 21.6.17, finden alle Kurse wieder statt wie im regulären Stundenplan angegeben.

Asanas auf dem SUP-Board! Ist das überhaupt echtes Yoga?


Yoga auf dem SUP-Board? So manchem ernsthaften Yogalehrer hat meine Begeisterung schon kleine Fältchen zwischen die Augenbrauen gezaubert. Das ist doch kein echtes Yoga, kommt zumeist als einziges Argument. 

Aber ist nicht alles Yoga, was wir voller Hingabe und mit dem Fokus auf unseren Atem praktizieren! SUP-Yoga verlangsamt jede Bewegung, macht uns aufmerksam für den wackeligen Moment. Wir halten inne, verharren, genau so lange, bis die Ruhe fühlbar wird, die unseren nächsten vorsichtigen Schritt ermöglicht. 




Dass wir trotzdem hin und wieder unfreiwillig abtauchen, hilft uns einmal mehr, den ganzen selbst erzeugten Druck los zu lassen. Wir dürfen ab- und wieder auftauchen - so wie im echten Leben. Oder ist das etwa dauerhaft stabil? Wenn wir aufhören, uns selbst zu ernst zu nehmen, dann wird SUP-Yoga zum echten Vergnügen!



Hier könnt Ihr bei gutem Wetter mit uns üben:

Am Cecilienpark in Bad Saarow, Karl-Marx-Damm 51

Zeiten:

Mo., 14 - 15.15 Uhr

Mi., 18.30 - 19.45 Uhr

Fr., 12 - 13.15 Uhr

Termine:

im Juni: 23.6./26.6./28.6./30.6.

im Juli: 5.7./7.7./10.7./12.7./14.7./17.7./19.7./21.7./24.7./26.7.

im August: 14.8./16.8./28.8./30.8./

im September: 1.9./4.9./6.9./8.9./11.9./13.9./15.9.

Wir bitten um rechtzeitiges Erscheinen, mindestens 15 min vor Kursbeginn!

Preise:

14 Euro pro Yoga-Einheit

10 Euro Verleih-Gebühr fürs Board

Anmeldung:

Bitte für die Teilnahme verbindlich anmelden!

Wenn Du deine Telefonnummer bei der Anmeldung hinterlässt, dann informieren wir Dich, wenn der Kurs stattfindet!

Anmeldung bitte:

per SMS an 0173-737 55 62

per Eintrag auf der SUP-Yoga-Liste an der Bar im Cecilienpark

oder im Internet:



Anmeldeschluss: bis 19 Uhr am Vortag des Kurses.

Montag, 17. Oktober 2016

Der Rückzug ist nichts für Feiglinge. Ein Retreat-Tagebuch.



Aufzeichnungen von einem Einzel-Retreat im Buddhistischen Zentrum in Möhra 



Sonntag Abend. 20 Uhr:

Ankunft in der Hütte am Waldrand. Keiner hier, außer mir. Nebenan im Meditationszentrum ebenfalls gähnende Leere. Das Abendessen ist vorbei. Ein beruhigender Gedanke, dass wenigstens während der Mahlzeiten Gesellschaft möglich ist. Der vorerst letzte Anruf zu Hause, dann bei meiner Mutter. Ihre Abschiedsworte sitzen: "Wie lange bist Du nicht zu erreichen? Fast eine Woche! Ach, deine arme Tochter!" 

Eben fühlte ich mich noch einigermaßen gut geerdet, jetzt bringt mich ein leiser Zweifel ins Wanken. Bin ich keine gute Mutter, wenn ich eigenen Bedürfnissen folge? Interessant, wie fragil unsere Geisteszustände sind. Im Alltag sind wir oft zu schnell, um zu bemerken, wie plötzlich unsere Stimmung umschlägt. Und selbst wenn es uns auffällt, dann halten wir diese Schwankungen auch noch für völlig normal. 

Hier fällt mir auf, wie viel ich dafür tun kann, dass andere stabil sind. Wie wichtig es ist, die eigenen Worte mitfühlend zu wählen. Wie oft sagen wir Dinge, die wir zwar nicht so meinen, die unserem Gegenüber aber trotzdem den Boden unter den Füßen wegziehen?





Montag Morgen. 7 Uhr:

Stille kann extrem laut sein. Auf meinem Meditationskissen wandere ich zu allem, was leise lärmt - dem Rascheln der Bäume, dem Rauschen des Windes, einem Traktor in weiter Ferne, Kühen, Vogelgezwitscher. Jedes Geräusch bekommt einen Stempel mit einem Namen. Der Geist bastelt sich die äußere Welt im Inneren, konstruiert Farben und Formen aus bereits Bekanntem und somit Abgespeicherten. 

Unterdessen sitze ich und versuche, immer wieder zum Atem zurückzukommen. Doch es ist absolut unmöglich, auf Knopfdruck vom Tun ins Sein zu wechseln. Meine innere Unruhe ist zu groß. Ich habe das Bedürfnis, tausend Dinge zu erledigen zu müssen. Dabei ist eines sicher: Hier gibt es definitiv nichts für mich zu tun, außer mich meinen Gewohnheiten zu stellen. Nur darum bin ich hier. Aber meine Muster haben mich fest im Griff. Obwohl ich nicht spreche, beschummele ich mich selbst mit dem Checken von eMails und Facebook. Einige Posts gehen mir auf die Nerven. Aber wenn es uns doch ärgert, warum setzen wir uns Angeboten wie sozialen Medien oder Fernsehen dann überhaupt aus? 

Die kleine innere Anspannung bleibt den ganzen Tag, mich fröstelt, um 20 Uhr liege ich mit drei Decken und einer Strickjacke über dem Pyjama im Bett. 





Dienstag, 10 Uhr:

Vier bis fünf Stunden tägliches Sitzen fühlen sich immer selbstverständlicher an. Ja, ich würde sogar sagen: irgendwie vertraut. Die Unruhe ist einem neutralen Gefühl gewichen. Es gibt weder gut, noch schlecht - nur den Wunsch weiter zu beobachten, ohne gleich jedem Impuls nach Ablenkung wie ferngesteuert zu folgen. Die Momente des Austausches mit anderen sind selten, aber intensiv. Niemand hat das Bedürfnis nach Smalltalk. Das Schweigen entlastet und verbindet uns in den Augenblicken, in denen es nichts zu sagen gibt. 


Mittwoch, 12.30: 

Nach dem Mittagessen trudeln die ersten Teilnehmer des nächsten Seminars im Zentrum ein. Das muntere Plappern fühlt sich gerade etwas fremd an. Ich mache einen Waldspaziergang, nehme zur Kenntnis, dass der Wunsch, meinen eigenen Dämonen "Hallo" zu sagen verbunden ist mit großer Durchlässig- und Dünnhäutigkeit. Ich erinnere mich an ein Zitat des buddhistischen Lehrers Trungpa Rinpoche: "Komm begleite mich ein Stück in meiner Traurigkeit!"

Plötzlich schmerzt es zu sehen, wie wir alle uns immer wieder davonstehlen, wenn die Erfahrung zu intensiv wird. Dann ballern wir uns zu mit Zerstreuung - mit einem Spaziergang, Gesprächen, Büchern, neuen, großartigen Ideen für unsere Zukunft, mit Kino oder dem Internet. Und das alles nur, um eines zu überdecken: das Gefühl, dass wir nichts, aber auch gar nichts in unserem Leben im Griff haben.

Auf einer Bank mit dem Blick übers Tal gebe ich dem Bodenlosen Raum - ohne dabei (im Selbstmitleid) zu versacken. Für einen Moment gebe ich auf, ein winziger Augenblick in dem ich sehe, dass all der Kampf um Kontrolle ins Leere laufen muss. Für den Bruchteil einer Sekunde entspanne ich mich und übe Vertrauen ins Ungewisse. Dann ist der kostbare Moment schon wieder vorbei, und die Erfahrung nur noch Erinnerung. 


Donnerstag, letzter Tag des Einzel-Retreats:

Der friedliche Zustand wirkt nach, obwohl ich mit den Gedanken längst wieder beim kommenden Alltäglichen bin. Aufgeben und entspannen - als Konzept ist es nichts, als Erfahrung alles. Ich sehe, dass die Tür zum Sein so lange verschlossen bleibt, wie wir versuchen, sie mit viel Tun und großer Kraftanstrengung zu öffnen. Ich weiß auch, dass ich mich noch viel zu sehr anstrenge. Trotzdem bin ich glücklich. Mit jeder echten Erfahrung fern von Ablenkung wächst das Vertrauen. Ich bleibe dran, ohne Druck aber mit Disziplin. 

Montag, 10. Oktober 2016

Warum ich auf die Idee kam, ein Yogastudio zu eröffnen...



Liebe Yogafreunde,

danke, dass Ihr so zahlreich auf der Mandala-Geburtstagsfeier erschienen seid! Hier sind ein paar der schönen Fotos. Lieber Hans Erdinger, vielen Dank! Mehr Bilder findet Ihr auf unserer Mandala-Seite http://mandala-yoga-fuerstenwalde.de/galerie/index.html

Wenn Ihr nicht dabei sein konntet, aber wissen möchtet, wie ich auf die Idee kam, ausgerechnet ein Yogastudio aufzumachen, dann könnt Ihr hier die kleine Ansprache nachlesen. 

Warum gibt es Mandala Yoga? Vielleicht sind Euch im Studio die wundervollen Fotos von meiner langjährigen Freundin Katalin Erdinger aufgefallen. Für solche Bilder braucht es Geduld und die Bereitschaft, genau hinzuschauen, statt schnell und automatisiert auf den Auslöser zu drücken. Katalin hat sich dafür entschieden, als Fotografin unabhängig zu sein. Nicht auf Masse zu produzieren, sondern mit offenem Geist auf den einen Moment zu warten, der für sie dieses Foto von anderen Bildern abhebt.



Unabhängigkeit bedeutet für jeden etwas anderes. Und ich kann für mich sagen, dass ich den Begriff vor ein paar Jahren noch vollkommen anders definiert habe als heute.

Mit 20-30 ist Unabhängigkeit, alles anders zu machen als die Eltern, möglichst wenig zu tun, nur weil man es eben so macht. Damals habe ich definitiv den Rausch mit Freiheit verwechselt.

Wir sind Fallschirm gesprungen – und in dem Moment als die Tür aufging und der Pilot sein „Go, go, go!“ brüllte, fühlte ich mich ziemlich frei. Aber um ganz ehrlich zu sein, ich war gar nicht cool. Ich hatte immer heimlich Angst um mein Leben, das sich mit Mitte 20 anfühlte, als würde es - zumindest ohne einen folgenschweren Absturz - noch ewig dauern.

Zum Glück waren zumindest bislang nur ein paar kleinere Abstürze auf der Suche nach der Freiheit eingepreist. Und jeder, der nicht immer gleich nach dem ersten Glas Wein ins Bett geht, weiß, dass sich Grenzenlosigkeit bis zu einem bestimmten Moment sehr gut anfühlt. Dann kommt der Augenblick, wo es kippt – bis der Kater kläglich und gar nicht mehr heldenhaft mauzt.

Dann gab es auch noch die Idee von der Freiheit durch den richtigen Beruf, das nötige Kleingeld und den passenden Partner. Irgendwann ist das alles da – aber warum fühlen wir uns trotzdem nicht frei?


Auf der Yogamatte hörte das Gemurmel im Kopf schlagartig auf. 
Kein ständiges Bewerten der Situation, kein Abgleichen mit Erfahrungen von irgendwann, keine Selbstkritik. Nur die Konzentration auf den Atem. Und die Erkenntnis: Ich muss nicht alles wissen, ich muss auch nicht perfekt sein. Ich bin o.k. – und die anderen sind es auch.

Für mich ist Freiheit heute nicht Rausch, sondern Ruhe. Eine Stille, die nicht behäbig, nicht träge ist, sondern ganz klar. Kein Hype (Yoga ist kein Wundermittel, sondern Arbeit). Keine Illusion (Wer Ferrari fahren muss, sollte nicht Yogalehrer werden…). Es geht um den Moment. Jetzt! Nicht irgendwann! Wegen dieser Klarheit und dem Wunsch, dass es anderen ähnlich gehen möge, gibt es jetzt seit fast fünfeinhalb Jahren Mandala Yoga in Fürstenwalde.  

Ein bisschen Statistik: Zu Beginn habe ich zwischen 80 und 100 Yogastunden pro Monat verkauft. Es gab gut 40 regelmäßig praktizierende Yogis und Yoginis. Manchmal kamen zwei Schüler in die Kurse, manchmal gar keiner. Dann habe ich die Tür geschlossen und Yoga geübt. Ich habe meinen Frust akzeptiert und die Angst, dass Mandala Yoga vielleicht doch ein Fehler gewesen sein könnte.

Heute zählt Mandala Yoga rund 280 Teilnahmen im Monat, es gibt knapp 200 regelmäßig übende Schüler. An manchen Abenden ist der Raum mit 23 Gästen brechend voll. 

Yoga ist der Anfang, sozusagen eine gute Ausrüstung für unsere Reise in die Freiheit. Ist unser Körper erst einmal vorbereitet, beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Geist. Lassen wir uns von den Gedanken wegtragen oder bleiben wir hier? Sehen wir, was wirklich ist oder bewerten wir aus Erlerntem, Konditionierungen und alten abgespeicherten Erfahrungen? 
In der Neurobiologie hat man herausgefunden, dass wir innerhalb von drei Sekunden einen Menschen beurteilen nach freundlich oder unsympathisch. Drei Sekunden? Da wird schnell klar, dass wir nur abrufen, gar nicht wirklich sehen können - unser Geist setzt die fehlenden Elemente einfach eigenmächtig dazu. 

Jede Situation ist neu – wir haben also täglich die Chance zu üben. Nicht nur auf der Matte. So bleiben wir alle immer Schüler, egal, wie perfekt unser Körper die Asanas ausführen kann.

Viktor Frankl, Psychiater und Überlebender des Holocaust, beschreibt das so: „Zwischen Stimulus, Reiz, und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum ist unsere Macht, unsere Reaktion zu wählen.“

Und ich möchte hinzufügen: Meinem eigenen, ausgefuchsten Geist nicht auf den Leim zu gehen: Das macht mich wirklich frei!


Dienstag, 13. September 2016

4. bis 5. Juli 17: Schiffs-Tour mit Yoga & Meditation. Ziel: Berlin!


  

Unruhe, Stress, Ärger: In der Regel fließt unser Alltag viel zu selten entspannt dahin. Zum Glück braucht es zum Auftanken keine vier Wochen Jahresurlaub. Unsere zweitägige Yoga-Clubschiff-Tour nach Berlin hat alles, was nötig ist, um aus unseren großen Wellen eine ruhige See zu machen. Dabei ist es egal, ob Sie Yoga-Erfahrung haben oder nicht. Hier haben Sie die Gelegenheit herauszufinden, wie gut es sich anfühlt, wieder zu Hause im eigenen Körper zu sein.

Einmal pro Tag gehen wir für eine 1½-stündige Bewegungseinheit von Bord und üben an idyllisch abgelegenen Strandplätzen. Beate Willer vom Mandala-Yoga-Studio in Fürstenwalde holt Sie genau da ab, wo Sie sich gerade befinden. Die erfahrene Lehrerin gibt individuelle Tipps und Hilfestellung bei körperlichen Einschränkungen. Nach dem kräftigenden und zugleich entspannenden Yoga ist es Zeit für eine kurze Meditation - damit Körper und Geist noch mehr im Gleichklang schwingen. Auf dem Clubschiff werden wir den ganzen Tag mit wohlschmeckenden vegetarischen Gerichten und leichten Getränken verköstigt. Unterwegs haben Sie die freie Wahl, die herrliche Landschaft zu genießen, einfach nur in Ruhe zu sein oder Ihre Zeit mit inspirierenden Gesprächen an Bord zu verbringen - je nachdem, wonach Ihnen gerade der Sinn steht.

Wer sich für unsere regionalen Gewässer, Schleusen, Schiffe und Knotenkunde interessiert, tauscht sich mit unserem freundlichen Skipper aus oder legt beim An- und Ablegen des Clubschiffes Hand an. Sie haben Berlin noch nie vom Wasser aus gesehen? Dann wird es höchste Zeit für dieses unbeschreibliche Erlebnis!

Den relaxten ersten Tag rundet ein gemeinsames Abendessen ab. Wir übernachten im Hotel und machen uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf die Rückreise. Auch der zweite Tag auf dem Clubschiff bringt Sie mehr in Ihre Mitte. Die erfrischende Yoga-Einheit weckt die Muskulatur und bringt Ruhe in den Geist. Danach entspannen Sie auf Deck mit einem guten Buch oder Ihrer Lieblingsmusik auf den Ohren.

Voraussetzung: aufgeschlossene, interessierte Menschen mit dem Wunsch nach Entspannung und ruhiger, den eigenen körperlichen Voraussetzungen angepasster Bewegung

Zeit: Dienstag, 4.7.17, 9 Uhr – Mittwoch, 5.7.17, 18 Uhr 

Inhalt: zweitägige Clubschiff-Tour (Scharmützelsee - Berlin-Scharmützelsee), Yoga für alle (Anfänger und Fortgeschrittene) sowie individuelle Tipps, Vollverpflegung, Übernachtung

Preis: ab 390 Euro (Der Frühbucher-Rabatt gilt bis einschließlich 15. April 2017. Danach kostet die Yoga-Boots-Tour 420 Euro.)

Infos und Anmeldung: info@mandalayoga.de oder tel. 0173-737 55 62

Montag, 12. September 2016

Insel-Retreat auf La Gomera


Eine Woche achtsames Yoga & Meditation

Termin: 13.-20.5.2017







Die Definition von Retreat ist: sich vom Alltag zurück zu ziehen. Im alten Tibet ging es mit Nesseltee und Tsampa in die Höhle. Wir erlauben uns heute mehr Komfort und Schönheit. Für ihre Retreatwoche nehmen Wolfgang Riedl und Beate Willer ihre Teilnehmer mit in ein herrliches Yogacenter auf der Kanareninsel La Gomera. 

Allein der Weg hin ist schon eine Pilgerreise, getreu dem alten tibetischen Sprichwort: Die Pilgerreise beginnt mit dem ersten Schritt vor die Haustür.
Wir laden Dich ein, auf der wildromantischen Inseln La Gomera Abstand zwischen Dich und deinen Alltag zu bringen. 

Morgens praktizieren wir dynamisches Yoga und am Abend Yin-Yoga und Meditation. Der Yoga und die Meditation sind für alle Level geeignet. Dazu kommt die Unterstützung von zwei Lehrern, die individuell auf deine Bedürfnisse eingehen.

Über den Tag gibt es genügend Zeit, deine Form des Rückzugs zu zelebrieren. Entweder Du erkundest den Märchenwald, das Tal der Könige Valle Gran Rey oder Du bleibst im Retreatcenter und verbringst die Zeit dort in Stille oder im Austausch mit anderen. Deine Wahl! 

Datum: 13. - 20. Mai 2017

Seminarbeginn: 13. Mai 2017, 19:00 Uhr, mit dem Abendessen, und 20:30 Uhr Yoga

Seminarende: 20. Mai 2017, um 11 Uhr, nach dem Frühstück

Anreise in Eigenregie

Seminarpreis: 400€

Zimmerpreise pro Person incl VP:
Zimmer/Reihenhaus 30-40m²; mit eigenem Bad
 doppelt belegt 82,00€

 einzeln belegt 102,00€

 dreifach belegt 75,00€

Zimmer/Reihenhaus 20 m²; mit eigenem Bad
 doppelt belegt 75,00 €

 einzeln belegt 92,00 €

Reihenhaus mit zwei separaten Zimmern (Bad im Flur – genutzt von 2 Zimmern)
 Zimmer 14m²; (Bergseite) 75,00 €

 Zimmer 21m²; (Meer-/Gartenseite) 83,00 € - doppelt belegt: 75,00 €

Empfohlene Airlines:
Easy Jet, Air Berlin, Norwegian Airline 

Schaut, dass Ihr spätestens am Nachmittag auf Teneriffa Süd landet, damit ihr rechtzeitig die Fähre nach La Gomera nehmen könnt.

Am leichtesten vom Flughafen zum Fahrhafen Los Christianos mit einem Taxi (Preis: ca. 25 Euro).

Teilt uns mit, welchen Flug Ihr gebucht habt, dann können wir Euch miteinander verbinden, das macht das Taxi günstiger.

Die Fähre kostet zwischen 25 -38€ und ist vor Ort am Fährhafen ganz leicht zu buchen.

Weitere Kosten: 5€ pro Fahrt mit dem Boot vom Hafen auf La Gomera bis zur Finca El Cabrito.

Anmeldung: Mandala Yoga, Beate Willer, Tel. 0173-737 55 62,http://info@mandalayoga.de